Hallo,
ich bin mir nicht 100 Prozent sicher ob ich jetzt hier schreiben sollte. Aber ich Versuche es.
Um von vorne anzufangen: meinen Mutter war lange Zeit Alkoholikerin und hat davon jetzt auch eine Leberzirrhose und andere geschäfigte Organe bekommen. Die letzten zwei Wochen war sie dann wieder im Krankenhaus, und es ging ihr immer schlechter. Es kamen dann unser Onkel und seine Tochter, außerdem noch zwei Freundinnen aus ihrer Schulzeit. Die haben aber alle weiter weg gewohnt, und sich trotzdem die Zeit genommen und sind gekommen. Meine Mutter war dann auf der Intensivstation und eigentlich auch auf der Warteliste für eine Spendenleber, nur gab's halt keine. Vor einer halben Stunde kam dann die Nachricht dass sie verstorben ist. Zwar wohl sehr friedlich aber trotzdem weg.
Ich habe mir in den letzten Jahren angewöhnt, auch in schweren Situationen zu funktionieren. Aber jetzt fühle ich mich falsch. Wenn ich funtioniere denke ich, ich darf nicht funktionieren. Ich darf es einfach nicht. Gefühlt zeige ich damit, das es mir egal ist, dass sie weg ist. Aber es ist mir nicht egal.
Ich weiß nicht genau wie ich das jetzt regeln soll. Eigentlich soll ich ja auch weiter funktionieren, nach den Ferien bitte schon wieder in die Schule gehen, und alle Hobbys machen und so weiter.
Aber ist das in Ordnung?
Vielleicht hat irgendwer von euch eine Idee wie man das lösen kann, oder auch einfach Tipps, wie man mit einem Verlust umgehen kann.
Liebe grüße.
Hi,
Ich wollte mich kurz bei allen bedanken, die etwas dazu geschrieben haben.
Ich weiß noch nicht, wie Schule und alle sfür mich sein wird, da ich gerade noch Ferien habe. Aber erstmal glaube ich, ich versuche weiterzumachen.
Danke für euer Feedback, ich glaube, ich lese es mir auch dann nochmal durch wenn die Ferien vorbei sind, zum glück geht das ja immer🙃.
Also nochmal Danke!
LG
Hallo L.M.,
es tut mir unendlich leid, was du gerade durchmachst.
Ich kann verstehen, dass du jetzt total hin- und hergerissen bist. Auf der einen Seite willst du irgendwie „funktionieren“, weil es sich normal anfühlt oder weil du denkst, dass du es musst. Aber auf der anderen Seite fühlt sich das vielleicht auch falsch an, weil du das Gefühl hast, dass du damit deinen Schmerz versteckst oder dass es den Eindruck macht, es würde dir nicht wirklich etwas ausmachen.
Trauer ist kein „richtig“ oder „falsch“, sie ist einfach da und sie sieht für jeden anders aus. Manche Menschen weinen, andere sind eher ruhig und versuchen, ihre Gedanken zu ordnen und zu funktionieren. Beides ist völlig in Ordnung. Du musst nicht „funktionierend“ sein. Du darfst auch einfach mal nicht wissen, was du tun sollst.
Es gibt, glaube ich, keinen festen Fahrplan, wie man trauern soll oder wie schnell man zurück zur „Normalität“ finden muss. Jeder braucht unterschiedlich viel Zeit.
Versuche auf dich zu hören und zu schauen, was du gerade brauchst. Wenn du denkst, dass du nicht direkt nach den Ferien zur Schule gehen kannst, dann ist das auch okay. Tu, was dir gut tut, weinen, ablenken, ... alles ist erlaubt.
Hast du denn jetzt jemanden, der dir zur Seite steht?
Ich wünsche dir ganz viel Kraft
Artemis
Hi Laura
mein Beileid wegen deiner Mama. Es heißt immer wenn man jemanden verliert gibts beim umgang damit kein richtig oder falsch. Jeder macht das anders und jedem tut anderes gut. Manchen fällt es leichter damit umzugehen wenn sie sich in Arbeit /schule /hobbys stürzen und andere wollen eine Pause. Was sich für dich richtig anfühlt wirst du schnell merken. Eigentlich sollte einem egal sein was andere erwarten und das tun was sich für einen selbst richtig anfühlt. Aber ich fand das immer gar nicht so leicht. Von außen erwarten andere ja trotzdem dass man irgendwie weiter macht. Ich find das zu leicht dahin gesagt zu sagen mach nur das wonach dir ist. Die Realität sieht nunmal anders aus. Vielleicht hilft dir ein mittelweg. Dir zeit zu nehmen die Gefühle zuzulassen und auch Dinge zu machen wie die hobbies oder die Schule was ablenken kann. Ich fand Schule damals am anfang besonders schwer und drück dir die Daumen dass du dir eine Auszeit nehmen kannst falls du merkst dass es für dich auch schwierig ist.
Ganz am anfang nach einem Verlust passieren so viele Dinge automatisch wo man sich mit dem Verlust auseinander setzen muss. Also so kenn ichs zumindest. Da würde ich dir raten auch Hilfe von andern anzunehmen wenn du das kannst. Und wenn es sich für dich gut anfühlt erstmal einfach so weiter zu machen und zu funktionieren dann ja ist das in ordnung.Ich schick dir viel kraft.
LG
Maya
Liebe L.M,
ich weiß ehrlich gesagt nicht so recht, ob ich die richtigen Worte finden kann, da ich so einen Verlust noch nie erleben musste, aber ich wollte dir mein herzliches Beileid für den Verlust deiner Mutter aussprechen. Es tut mir schrecklich leid, und ich sende dir ganz viel Kraft.
In so einer Situation musst du nicht funktionieren, und schon gar nicht daran denken, deine Hobbys ausüben zu müssen, um zu funktionieren. Es gibt viele verschiedene Arten der Trauerbewältigung, wenn du denkst, dass es dir helfen könnte, dich (z.B. mit Hobbies) abzulenken, dann kannst du das tun, aber ich möchte damit nur sagen, dass du in so einer Situation nicht funktionieren musst, sondern die Trauer zulassen darfst.
Ich denke aber auch, so wie Christian sagt, dass dieses Thema eher was für die Mailberatung sein könnte, da es eine intensive Auseinandersetzung mit Gefühlen usw. benötigt, für die im Forum glaub nicht genug Kapazität besteht. Damit möchte ich dich keinesfalls abwimmeln oder ähnliches, aber diese Gefühle dürfen ihren geschützten Raum finden - und diesen geschützten, sicheren Raum stellt wohl am Ehesten die Mailberatung dar.
-Flower
Hallo L.M.,
Du berichtest vom Tod Deiner Mutter - das bremst einem wie mir das Schreiben erst einmal ab - und weckt ein Mitgefühl.
Deswegen kann ich auch keine "Tipps" zum Umgang damit zu Verfügung stellen - denn es ist sehr unterschiedlich, wie jeder Mensch mit dem Verlust eines Menschen, den er kennt umgeht. Sehr unterschiedlich also auch, wie und ob sich eine Trauer Raum schaffen kann.
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Wichtig ist, zu einem Abschied zu finden und Ungeklärtes, Ungelöstes wahrzunehmen, genauso wie eventuell auch Dankbarkeit gegenüber der Person, die gestorben ist.
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Wenn dann ein intensiveres Mitteilungsbedürfnis zu diesem jetzt geschehenen Todesfall besteht, dann bin ich dafür, das statt im Forum in einer Mailberatung weiterzuführen.
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Was denkt Ihr im Forum dazu?
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Liebe Grüße,
bke - Christian